Monika Rintelen

Monika Rintelen

Warum gerade im Kreuzeskirchviertel so viele Macher und Andersdenkende leben und arbeiten? Sicherlich gibt es dafür mehrere Gründe. Zwei davon sind ganz offensichtlich: Ein aktiver Mensch kann sich hier gut entfalten und findet bestimmt einige Gleichgesinnte - für gemeinsame Projekte, sowie fürs gemeinsame Wohnen.

Monika Rintelen ist Halbschwedin und gebürtige Essenerin. Als Kind spricht sie mit Ihrer Mutter ausschließlich Schwedisch, fährt jedes Jahr in ihre „zweite Heimat“, um Großeltern  und Familie zu besuchen.

Auch nachdem sie mit ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester fertig ist, will sie da leben und arbeiten. Doch die Sterne stehen anders – sie bleibt in Deutschland.

In einem Rock, einer Jeansjacke und gestreiften Strümpfen steigt sie heute auf ihr Fahrrad am GeKu-Haus, wo sie seit mehreren Jahren wohnt, um ihren ehrenamtlichen Interessen nachzugehen. Und davon gibt es jede Menge: Monika ist Mitglied des Vorstandes bei VielRespektZentrum, Mitglied der Arbeitsgruppe „Feierabendmarkt“, unterstützt die Aktion „Kreuzeskirchviertel.de“, kümmert sich um die Organisation des Christlich-Muslimischen Mischfestes, nimmt teil an einem noch namenlosen Projekt mit dem Ziel, ein mobiles Haus für Obdachlose zu schaffen. Und dass es irgendwann im GeKu eine PflegeWG geben wird, ist auch ihrem Engagement und ihrem Wunsch hier alt werden zu können, zu verdanken. Ziemlich originell? So ist ihr ganzes Leben.

Mit neunzehn zieht sie aus dem Elternhaus in eine Wohngemeinschaft in Essen-Bergerhausen und findet schnell heraus, dass dieses gesellige Leben sehr bereichernd ist. In einer anderen WG in Burgaltendorf wohnt Arno Pilger, ein Bekannter mit ähnlichen Ansichten. Wie weit ihre Gemeinsamkeiten gehen, wissen die beiden noch nicht. Das erfahren sie einige Jahre später und nähern sich immer mehr an. Mit einer kurzen gemeinsamen Wanderung in die Elfringhauser Schweiz machen sie den ersten Schritt auf dem Wege, den sie die nächsten 35 Jahre gemeinsam gehen.

Mit einem Moped und einem 50er Roller reisen sie durch Afrika, drei Jahre später treten sie wieder eine lange Reise an – diesmal mit Fahrrad (Essen-Türkei) und wieder weiter mit Rucksack durch Ostafrika. In den nächsten Jahren folgen noch Indien und Südostasien. Jedes Mal werden die Jobs und die Wohnung gekündigt, jede Rückkehr ist ein Neuanfang. Den Wunsch nach einem eigenen Zuhause erfüllen sich Arno und Monika auf ihre eigene Art und Weise: Ein Segelboot wird gekauft. 

Zuerst leben sie auf ihrem Boot auf dem Baldeneysee, dann unternehmen sie zwei lange Segelreisen im Mittelmehr. Südfrankreich, Tunesien, Portugal – das ist das Leben, das sie wollen. Doch „ansässig“ waren sie auch. Ganze  zehn Jahre wohnt das Paar auf ihrem Boot in Düsseldorf: Morgens zur Arbeit, dann zurück zum Wasserfahrzeug. Fünfzehn Jahre insgesamt verbringen sie auf dem schwimmenden Haus. Das hat Monika nicht daran gehindert, in ihrem Beruf erfolgreich zu sein und letztendlich zur Leiterin im ambulanten Pflegedienst aufzusteigen.

Als Monikas Lebensgefährte schwer erkrankt, sucht sich das Paar wieder ein Leben in Gemeinschaft in Essen und entscheidet sich für das GeKu-Haus. Schon bald geht Arno. Zu wissen, dass er sein Leben so gelebt hat, wie er es leben wollte, erleichtert Monika den Abschied. Auch die Unterstützung der unglaublich tollen Menschen in dem ungewöhnlichen Wohnprojekt https://www.geku-haus.de, half ihr sehr in dieser schwierigen Zeit.
Sie ist eine Optimistin geblieben – was kann sich schon daran ändern?! Besonders für einen so offenen, lebensfreudigen und mutigen Menschen wie Monika Rintelen.

(Text und Bild von Agentur Kucherskyy "Special Content" - mit ganz besonderem Dank an Yevgeniy Kucherskyy für die wunderbare Zusammenarbeit.)
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